Siebdruck selber machen: 20+ Tipps, die wir am Anfang gern selbst bekommen hätten
- Sarah | silberfabrik

- vor 2 Tagen
- 6 Min. Lesezeit
Du willst Siebdruck selber machen, aber weißt nicht so richtig, wo du anfangen sollst? Wir kennen das. Am Anfang ist alles neu, spannend – und manchmal auch überfordernd. Wir standen am Anfang genau da, wo du jetzt bist: inspiriert, motiviert – aber komplett lost, was man wirklich beachten muss.

In diesem Blogartikel haben wir mehr als 20 wertvolle Tipps für dich zusammengetragen, die dir den Start in die Siebdruckwelt mega erleichtern werden. Wir sprechen aus 10+ Jahren Workshoperfahrung, in denen wir viele beim Einstieg ins Siebdrucken begleitet haben.
Übrigens: Sollten wir doch mal etwas zu viel Fachjargon verwenden, haben wir ein übersichtliches Siebdruck-Glossar für dich angelegt, das die wichtigsten Begriffe enthält. Schau dort gern immer mal wieder rein :)
Siebdruck selber machen ohne selbst zu beschichten und belichten
Mit unseren DIY Kits sparst du dir den gesamten technischen Teil rund um Sieb beschichten und belichten. Die Siebe kommen bereits fix und fertig belichtet bei dir an, sodass du direkt mit dem Drucken starten kannst, ohne vorher ein eigenes Belichtungs-Setup aufbauen zu müssen.
Das Praktische: Du kannst entweder aus fertigen Motiven wählen oder dein eigenes Design als Sieb erstellen lassen – ganz ohne selbst belichten und Angst haben zu müssen, beim Beschichten oder Belichten Fehler zu machen.
Gerade am Anfang ist das eine enorme Erleichterung, weil du dich voll auf das konzentrieren kannst, was wirklich Spaß macht: drucken, Farben testen, Layouts ausprobieren und Serien produzieren. Die Vorbereitung bleibt minimal, das Ergebnis dafür oft sauberer, weil die Belichtung professionell gemacht wurde.
Die richtige Vorbereitung für dein Siebdruck-Erlebnis
Zeit einplanen
Siebdruck klappt nicht zwischen Tür und Angel. Plane dir wirklich Zeit ein und arbeite in Ruhe. Zwischen Fluten, Drucken, Reinigen und Trocknen passieren viele kleine Schritte, die nicht gehetzt werden sollten. Plane dir daher eher zu viel Zeit ein, gerade am Anfang.
Auf glatter Fläche arbeiten
Damit dein Sieb wirklich plan aufliegt und sich der Druck sauber überträgt, brauchst du eine feste, ebene Fläche. Struktur auf dem Untergrund kann dazu führen, dass Farbe ungleichmäßig durchkommt oder Teile des Motivs gar nicht gedruckt werden. Wenn dein Tisch uneben ist, hilft zum Beispiel eine große MDF- oder Plexiplatte als Unterlage.
Arbeitskleidung/Schürze tragen

Trage beim Siebdrucken immer Kleidung, die schmutzig werden darf oder nutze eine Schürze. Auch wenn du sauber arbeitest: Beim Anheben des Siebs, beim Abziehen des Rakels oder beim Abwaschen tropft gern mal was daneben. Plane also nicht nur Schutz für Kleidung ein, sondern auch für Tisch und Boden (zum Beispiel mit Zeitungspapier, Folie, alte Laken).
Erst auf Papier starten
Bevor du auf Textil oder hochwertige Materialien druckst, nutze lieber erst einmal Papier oder Karton. Probier dich doch zum Beispiel erst mal mit alten Versandkartons aus, die eignen dich super zum rumprobieren! Papier ist ein sehr dankbarer Druckträger, da es ganz flach ist und man so sehr eben drucken kann.
Siebdruck-Motive & Serien
Auf plan liegenden Druckträgern drucken
Wenn du nach Papier/Karton den nächsten Schritt gehen und Textilien bedrucken willst, dann wähle erst mal flache Druckträger wie Shirts oder Jutebeutel. Für den Anfang sind glatte Baumwollstoffe ideal.
Unregelmäßige Stoffe, Kapuzen, Reißverschlüsse oder dicke Nähte sorgen dafür, dass das Sieb nicht flach aufliegt und es bedarf etwas Erfahrung, um einen gleichmäßigen Druck zu erhalten.
Mit nur einem Motiv starten
Ein Motiv mehrfach zu drucken hilft dir, ein Gefühl für Farbe, Druck und Handhabung zu bekommen. Und das führt uns auch direkt zum nächsten Tipp...
In Serien denken
Siebdruck lohnt sich besonders dann, wenn du ein Motiv direkt mehrere Male mit der gleichen Farbe druckst. Also zum Beispiel zehn Postkarten mit einem Motiv bedruckst. Das erleichtert dir das Arbeiten mit dem Sieb ungemein, da du es nicht ständig wieder auswaschen musst.
Siebdruck-Farben & Druckträger
Helle Druckträger bevorzugen
Farbdrucke wirken auf hellen Untergründen deutlich besser. Auf dunklen Stoffen sind Farben oft kaum sichtbar, wenn du nicht mit speziellen Farben arbeitest (zum Beispiel Deckweiß). Viele, die mit Siebdruck starten, wundern sich, warum Neonpink oder Gelb auf Schwarz fast verschwindet. Daher empfehlen wir dir, zuerst mit hellen Druckträgern zu starten und mit Farben zu experimentieren, bevor du dich dunkeln Untergründen widmest.
Testdrucke durchführen
Ein Druck, der auf Papier gut aussah, kann auf Stoff komplett anders wirken. Führe daher, wenn möglich, immer einen Testdruck auf deinem Druckträgermaterial durch, bevor du in eine Serienproduktion startest.
Einfarbig anfangen
Mehrfarbige Drucke sind machbar, aber am Anfang oft frustrierend. Einfarbig zu starten bringt schneller gute Ergebnisse.
Jede zusätzliche Farbe bedeutet einen weiteren Druckdurchgang, Trocknungsschritte und exakte Positionierung. Einfarbig zu starten hat zwei Vorteile: du lernst die Basics und bekommst schneller gute Ergebnisse. Mehrfarbig drucken kannst du immer noch, wenn die Routine erst einmal sitzt.
Bei Mehrfarbdruck: Motive wählen, die keinen exakten Passer brauchen
Zum Beispiel ein großer, heller Hintergrundkreis und ein dunkleres, feineres Motiv darüber. Wenn der Druck nicht millimetergenau sitzt, sieht es trotzdem gut aus.
Ein klassischer Fehler am Anfang: Motive zu wählen, die pixelgenau übereinanderliegen müssen. Wähle stattdessen Motive, die bewusst Versatz vertragen—so bleibt Druckstress gering und Fehlpositionierungen fallen kaum auf. Gleichzeitig bekommst du ein Gefühl dafür, wie Layering funktioniert.
Eine Faustregel gilt hier: Der Hintergrunddruck sollte immer eine hellere Farbe haben als der Druck, der darauf liegt.
Siebdrucktechnik
Rakel im 45° Winkel halten

Der Winkel entscheidet darüber, wie viel Farbe durchs Sieb geht. Mit 45° hast du die beste Mischung aus Kontrolle und Pigmentübertragung. Je steiler der Winkel, desto weniger Farbe. Je flacher, desto matschiger wird der Druck. Wenn du unsicher bist, merke dir: leicht zur Körpermitte kippen und gleichmäßig ziehen.
Einmal fluten, einmal drucken
Zuerst Farbe langsam übers Sieb ziehen (ohne Druck), dann mit Druck drucken. Das Fluten sollte idealerweise nur einmal nötig sein.
Fluten bedeutet übrigens, dass du das Sieb mit Farbe "füllst", ohne zu drucken. Dadurch hängt genug Farbe zwischen Sieb und Gewebe, um beim Druck sauber übertragen zu werden. Hier gilt die Faustregel: nur einmal fluten und einmal drucken, ansonsten wird zu viel Farbe aufgetragen und der Druck schaut nicht mehr schön und präzise aus.
Nicht zu viel und nicht zu wenig Farbe

Es sollte genug Farbe auf dem Sieb sein, damit das Fluten in einem Zug funktioniert. Wenn du mehrfach fluten musst, steigt das Risiko, dass schon beim Fluten Farbe durchs Sieb gedrückt wird.
Es lohnt sich, lieber mehr Farbe bereitzulegen und am Ende wieder zurück ins Glas zu geben (sofern sie sauber bleibt), statt zu sparsam zu arbeiten. Zu wenig Farbe führt zu rauen, löchrigen Druckflächen, die oft fälschlicherweise dem Motiv oder dem Sieb zugeschrieben werden.
Motiv-Positionierung & Wiederholung
Motiv mit Papierpositionierung ausrichten

Bevor du das Sieb mit dem Motiv auf den Druckträger legst, solltest du erst mal das Motiv in der gleichen Größe auf Papier auf dem Druckträger positionieren. Mit einem Papierausdruck kannst du vorher genau testen, wo das Motiv optisch gut sitzt—mittig, tiefer, höher, leicht versetzt. Wichtig: Papier entfernen, dann erst drucken!
Übrigens: Bei unseren DIY Kits bekommst du einen A4-Papierausdruck mit allen Motiven automatisch immer mit dazu!
Passermarken für Serien anlegen
Wenn du z. B. zehn gleiche Postkarten druckst, markiere die Position mit Kreppband auf dem Tisch bzw. deiner Unterlage. So legst du jede Karte exakt gleich an und musst die Position nicht ständig neu ausrichten.

Gerade bei Seriendrucken spart dir das enorm Zeit. Das sorgt nicht nur für einheitliche Ergebnisse, sondern auch dafür, dass ganze Serien wie aus einem Guss wirken.
Nicht benötigte Bereiche am Sieb abkleben

Wenn mehrere Motive nahe beieinander liegen, immer die unwichtigen Bereiche am Sieb mit Kreppband abdecken, damit keine Farbe durchdrückt. Ansonsten kann es passieren, dass Farbe als Schattenprint auf deinem Druckträger landet, wo sie gar nicht hingehört. Kreppband reicht hier vollkommen aus.
Pflege des Siebs
Farbe auf dem Sieb nicht eintrocknen lassen

Egal wie gut dein Sieb belichtet ist: eingetrocknete Farbe kann feine Linien zerstören, das Gewebe verstopfen und lässt sich teilweise dann auch nicht mehr entfernen. Eine Reinigung des Siebes nach Fertigstellung des Drucks ist wichtig, wenn du dein Motiv langfristig nutzen möchtest.
Zuhause kannst du dein Sieb einfach unter der Dusche auswaschen. Lege dazu ein altes Handtuch auf den Badewannen-/Duschboden, sodass das Sieb die Keramik nicht beschädigt. Nimm dir am besten auch einen Schwamm zur Hand und nutze die weiche Seite, um die überschüssige Farbe abzuwaschen.
Sieb nach dem Auswaschen und vor dem nächsten Druck gut trocknen

Bei schönem sonnigen Wetter kannst du dein Sieb draußen in der Sonne trocknen lassen. So kannst du auch direkt eine wohlverdiente Pause zwischen den Druckvorgängen einlegen.
Wenn es nicht sonnig sein sollte oder einfach etwas schneller gehen soll, dann kannst du dein Sieb auch mit einem Föhn trocknen. Aber Achtung: Den Föhn nicht zu heiß einstellen und auch nicht zu nah auf eine Stelle am Sieb halten, sonst geht die Schicht kaputt und die hast ein Loch im Sieb.
Haltbarkeit von Siebdruck-Motiven
Papierdrucke gut trocknen lassen
Gedrucktes Papier vollständig auslüften lassen, bevor du es stapelst oder einen weiteren Druck ergänzt.
Textildruck nach dem Trocknen bügeln (ohne Dampf!)
Bügelhitze fixiert die Farbe dauerhaft im Stoff. Dampf wiederum verhindert die Fixierung, deshalb wichtig: trocken bügeln!
Textilien richtig waschen
Maximal 40 Grad, auf links gedreht. So bleibt der Druck lange frisch. Waschen auf links schützt die Motivoberfläche vor Reibung, gerade bei Baumwollstoffen.
Ganz viel Spaß beim Siebdrucken!









